Plattdeutsches Kino in Rendsburg: Utbüxen kann keeneen

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Foto: Agentur für PR, Coaching und Journalismus(CIS-intern) – „Wenn du Plattdütsch snakken kannst, bekummst du glieks een ganz anderett Tovertruen to de Minschen.“(Wenn du plattdeutsch sprechen kannst, bekommst du sofort ein ganz anderes Vertrauen zu den Menschen.) sagt die Totenfrau und Hebamme von Hallig Hooge Anni Both im Dokumentarfilm „Utbüxen kann keeneen“.

Foto: Agentur für PR, Coaching und Journalismus

Wie wichtig diese Nähe ist machen die beiden Regisseurinnen in ihrem Dokumentarfilm deutlich. Sie lassen Tischlermeister, Sargtischler, Bestatter, Totengräber, Sargträger und Totenbitter zu Wort kommen – op platt:
Denn in ihrer Muttersprache fällt es den Protagonisten leichter über ihre Arbeit und ihre Gefühle zu sprechen. Knapp und ungeschminkt. Für sie gehört der Tod seit der Kindheit zum Alltag der dörflichen und familiären Gemeinschaft und trotzdem bleibt er etwas Besonderes. „Utbüxen kann keeneen“ ist ein Film über die Sitten und Gebräuche im Umgang mit dem Tod und den Toten, traditionelles Handwerk und den Wandel in der Trauerkultur. Und nicht zuletzt über die norddeutsche Landschaft, ihre Bewohner und ihre Sprache.

„Utbüxen kann keeneen“ wurde dieses Jahr im März beim Filmfest Schleswig-Holstein mit dem Langfilm-Preis ausgezeichnet
Aus der Begründung der Jury: „Gisela Tuchtenhagen und Margot Neubert-Maric machen ihr Publikum bekannt mit einer Trauerkultur in norddeutschen Dörfern, die sich noch unmittelbar auf alte Traditionen stützt. Die präzise Arbeit der Filmemacherinnen verdeutlicht die Selbstverständlichkeit mit der Totenbitterin, Bestatter, Sargtischler und Kirchenleute den letzten Abschied gestalten. Der Film schafft es, das ernste Thema mit viel Wärme zu erzählen.“

am 19. Juni, 17.30 Uhr Sonntag, im Schauburg – Filmtheater, Rendsburg, Schleifmühlenstr. 8